Höhere Gewalt

Andacht gehalten von Heide Gildmann beim Treffen des Neubürger-Besuchsdienstes am 03. Juli 2013. Angelehnt an christliche-autoren.de

Wir befinden uns wieder in der Gewitter-Saison. An vielen Stellen in Deutschland hat es ja in den vergangenen Tagen bereits stark gedonnert und geblitzt. Bei uns gab es Gott sei Dank kein heftiges Unwetter, aber das Wetterleuchten und Grummeln am Himmel war beeindruckend, ja auch fast beängstigend. Weiter weg sollen über 1000 Blitze gezählt worden sein. Durch das Gegrummel und die Sturmböen bin ich von meinem Sofaschlaf aufgewacht und befürchtete Schlimmes, als ich den Himmel sah. Wir sind dann – Gott sei Dank – verschont geblieben. 

Leider werden aber auch immer wieder Menschen vom Blitz erschlagen. Diese Naturgewalten sind

vom Menschen einfach nicht beherrschbar. Eine Bekannte hat früher für eine Firma gearbeitet, die DSL-Router vertreibt. Immer wenn es mal wieder ein Unwetter gab, meldeten sich verstärkt Kunden, deren DSL-Router kaputt gegangen ist – Blitzschaden. Durch die Überspannung geben diese Geräte – von ihr Blitzboxen genannt – schnell ihren Geist auf. Man hat dann noch nicht einmal Garantie, da diese bei höherer Gewalt nicht greift. Zumindest die meisten Hausratversicherungen kommen für diese Blitzschäden auf.

Apropos Höhere Gewalt: Ich denke auch immer wieder an Gott, wenn so ein Gewitter im Gange ist. Vielleicht möchte Gott uns zeigen, dass wir Menschen eben nicht alles im Griff haben. Wir versuchen ja selbst Herrscher über unser Schicksal zu sein, vieles ist dem Menschen heute bereits möglich. Die Technik schreitet immer weiter voran, selbst Menschen kann man heute klonen – und sicher bald auch Gedanken lesen – erste Gehversuche gibt es dazu ja bereits.

Aber wann immer so ein Unwetter über uns hereinbricht merken wir, dass wir eben nicht alles im Griff haben. Dann wird uns bewusst, dass es tatsächlich eine „höhere Gewalt“ gibt. Für mich ist das natürlich Gott. Kaputte DSL-Router sind das eine – warum Gott es auch zulässt, dass Menschen bei sowas ihr Leben verlieren können, werden wir wohl erst wissen, wenn wir ihm einmal gegenüber stehen.

In der Bibel werden Erscheinungen Gottes oft mit lautem Donner begleitet. Auch in der Offenbarung werden die Gerichte Gottes oft mit Blitz und Donner begleitet. Gott ist allmächtig. Er ist eben nicht nur der „liebe Gott“, sondern er ist König, ein Herrscher, der voller Gnade ist, der aber auch entschlossen zeigen kann, wer der wahre Herr ist.

Gott will uns vielleicht auch durch die Gewitter daran erinnern, dass es ihn gibt. Naturwissenschaftler können uns auch ein Gewitter ganz rational erklären, keine Frage. Aber das verhindert kaum, dass wir beeindruckt sind, wenn es mal wieder so richtig am Himmel donnert. Genau so wie der Regenbogen: In der Bibel heißt es, dass er ein Zeichen Gottes ist, um uns an den Bund zwischen Menschen und Gott zu erinnern und an sein Versprechen, dass es keine zweite Sintflut geben wird. Den meisten Menschen ist Gott heute egal, oder er ist für sie nur der „liebe Onkel“, der schon alles vergeben wird, was wir tun. Aber das ist er nicht. Es wird ein Gericht Gottes kommen. Und dann wird es großen Donner geben. Denken wir daran, wenn wir selber mal wieder ein Gewitter miterleben.