Feuerwehren stützen den Visitationsgottesdienst

Sirenengeheul statt Musik

Eingangsmusik? – Fehlanzeige! Stattdessen dröhnte ohrenbetäubendes Sirenengeheul durch die Kirche – gefolgt von einer seltsamen Stille. Zwei Frauen, die aufgeregt im Altarraum hin und her liefen, unterbrachen das gespenstische Schweigen. Besorgt fragten sie sich, warum denn die Feuerwehr nicht ausrückt, obwohl es doch brennt?! Seelenruhig trat derweil Ortsbandmeister Holger Müller hinter dem Altar hervor und begrüßte die Gemeinde: „Stell dir vor du drückst – und alle drücken sich ...“. Was sich hinter so einem Leitsatz verbirgt, wurde in diesem Moment für die Zuhörer begreifbar. Diese Eröffnung des Abendgottesdienstes war von ganz spezieller Art und wirkte zugleich auch etwas beängstigend.

 

Dass die ehrenamtliche Mitarbeit für die Kameraden der Feuerwehr nicht immer leicht gemacht wird, stellten Hermann Ahlden und Stefanie Zitelmann heraus. So haben beispielsweise nicht alle Chefs Verständnis dafür, dass Einsätze bei der Feuerwehr nicht planbar sind und sie während der Arbeitszeit auf ihre Mitarbeiter verzichten sollen!

Im Anschluss folgte eine „wunderbare“ Auslegung des Bibelwortes aus dem Markus-Evangelium. In einem kleinen Einspieler ließ Pastor Timme die Lesung lebendig werden. Die Gemeinde schaute zu wie Thaddeus alias Olaf Zitelmann und Josephus alias Wilhelm Timme, Die Heilung des Gelähmten, (Markus2, 1-12) aus der Ferne beobachteten. Als sie zu Gesicht bekamen, das Jesus den Kranken seine Sünden vergab und ihn gesund machte, waren die beiden so entrüstet, dass sie sich abwandten.

„Menschen müssen erleben, dass es sich lohnt, etwas zu tun. Dann drücken sie sich auch nicht“, spannte Pastor Timme daraufhin einen gekonnten Bogen in die Gegenwart.  „Die gelebte Kameradschaft bei der Feuerwehr ist schon Grund genug, sich nicht zu drücken“, unterstrich der Hohener Ortsbrandmeister noch die Thematik.

Nach dieser beeindruckenden Dialogansprache kam nun Superintendentin Elke Schölper zu Wort, um über die ersten Eindrücke ihres Visitationsbesuches zu berichten.

Dass es eine geistreiche Abendveranstaltung wurde, dazu trugen mit moderner Livemusik auch Merle Reihe und Patric Pappenberg, ihren Teil bei.

 3. November 2013