Tomaten mit Füßen - Wie weit darf man GEN?

"Knechtschaft in der modernen Welt dergrünen Gentechnik!"

Mit „Um sechs bei Jakob“, dem etwas anderen Gottesdienst, hat unsere Kirchengemeinde ein Forum für Auseinandersetzung mit solch heißen Eisen geschaffen. Im August hat das Abendgottesdienst-Team Biolandwirt Michael Scharein aus Otersen eingeladen, um hierzu Wissenswertes zu berichten.

Sicherlich war das gute Sommer- und Erntewetter nicht ganz unschuldig daran, dass die Besucherzahl bei dieser Veranstaltung unter den Erwartungen blieb. 

 

„Es wird wohl nicht gerade Tomaten mit Füßen geben, aber vieles wird in Zukunft durch Gentechnik machbar sein, was momentan noch unvorstellbar scheint“, mit diesen Worten eröffnete Michael Scharein sein Statement.

Weiter berichtete er: „Konzerne wie Bayer und der US-Agrarkonzern Monsanto haben keinerlei Interesse an Nachhaltigkeit, ihnen geht es einzig und allein um Profit!“

Dabei reicht es den Konzernen nicht aus nur gentechnisch verändertes Saatgut zu verkaufen, nein sie wollen noch weiter daran verdienen! Beim Erwerb von Saatgut mit einer Widerstandsfähigkeit gegen Pflanzengifte müssen sich die Landwirte verpflichten, auch das Spritzmittel beim Saatgutlieferanten zu kaufen. Sie können dann nicht mehr den günstigsten Anbieter wählen und sind somit abhängig von der Agro-Industrie.

Fünf Konzerne dominieren heute den Weltmarkt für Saatgut und Pestizide.

Gentechnik-Pflanzen sind deshalb so interessant, weil die Unternehmen ihre Entwicklungen patentieren lassen. „Dadurch sichern sie sich das Recht, die Welt zu beherrschen“!!!, betonte Scharein.

„Früher produzierten die Bauern Lebensmittel. Heute werden Nahrungsmittel produziert, mit dem Beigeschmack der Industrie – alles schmeckt einheitlich, es gibt keine Unterschiede mehr, weil es eine industriell vorgeschriebene Norm gibt!“ so der O-Ton. Und weiter, „Die Bauern müssen produzieren was der Verbraucher will – das Einheitliche wird nachgefragt! Aber das Leben ist Vielfalt, und die muss der Verbraucher wieder akzeptieren lernen“!

Die Worte des Landwirts mussten nun bei den Besuchern erstmal sacken. Dank der musikalischen Beiträge von Stephanie Zitelmann und Karin Hartmann wurde diese schwere Kost etwas bekömmlicher.

Im weiteren Verlauf des Gottesdienstes ergriff Pastor Timme das Wort. Er knüpfte an Schareins Wortbeitrag an und ergänzte: „Der Gegensatz von Freiheit war und ist Knechtschaft.

Hunger ist das Hauptargument der Gentechnik, aber die Wirklichkeit sieht anders aus: Nur 2 % der Forschung werden für die Hungerproblematik eingesetzt, jedoch 72 % für die Herbizidtoleranz der Pflanzen“.

So funktioniert das mit der Knechtschaft in der modernen Welt der grünen Gentechnik. Wer sich auf den Deal mit den Agrarkonzernen einlässt, ist diesem Spiel ausgeliefert. Der Geist des Profits erhält das System am Leben!“

Den Besuchern gab er diese Botschaft mit auf den Weg: „Ich wünsche uns allen, die Kraft die es braucht, um im Geist der Freiheit leben zu können, der Freiheit, mit der im biblischen Sinn Landwirtschaft beschrieben wird. Die Stimme der Freiheit ist dagegen eine leise. Doch sie ist da und warnt davor, mit dem Hunger Geschäfte zu machen. Gott sei Dank.

4. August 2013