Schulung des Besuchsdienstes in Wittlohe

Halt! Hier geht es nicht weiter!

Vom Umgang mit Grenzen in der Besuchsdienstarbeit

Dies war das Thema einer ganztägigen Besuchsdienst-Schulung, die mit guter Beteiligung am 20. September 2014 in unserem Gemeindehaus stattfand und zu der auch die Nachbargemeinden eingeladen waren. Die Leitung hatte Marianne Storz, freiberufliche Diakonin und Referentin für das Haus kirchlicher Dienste,

Hannover. Zur Ruhe kommen, sich auf Gott besinnen und sich auf den Tag einstimmen konnten alle Teilnehmenden zu Beginn bei einer zum Thema passenden Andacht in unserer Kirche durch Herrn Pastor Timme.

Am Vormittag ging es dann allgemein um Grenzen in unserem Leben, was sie mit uns machen und wozu sie da sind. Hierzu gab es jede Menge Ideen, von z. B. Ländergrenzen, Gesetzen und Macht sowie natürlichen Grenzen (Flüsse, Berge), räumlichen Grenzen (Türen, Zäune) über Sprachbarrieren, religiösen Grenzen, Herkunft, Vorurteilen, unterschiedlichen Wertvorstellungen, Vertrauen, Verantwortung bis hin zu Gesundheit, Behinderung, Belastbarkeit, Pflichten, Alter und letztendlich der Grenze zwischen Leben und Tod. Uns allen wurde dabei deutlich, dass uns ständig Grenzen gesetzt sind, viel mehr - als uns zuvor bewusst war!

Diese Grenzen lassen sich in unterschiedliche Gruppen gliedern, und zwar in sichtbare (objektive) und unsichtbare (subjektive) Grenzen sowie in unabänderliche, starre und verrückbare, flexible Grenzen. Je nachdem, von welcher Seite wir all diese Grenzen betrachten, können sie uns Schutz geben und Lebensräume schaffen, aber uns auch einengen, unsere persönliche Freiheit beschneiden und manches unmöglich machen.

Nach der Mittagspause ging es dann konkret um unsere Besuchsdienstarbeit. In vier Arbeitsgruppen wurde der Frage nachgegangen, welche Grenzen uns im Besuchsdienst begegnen. Im anschließenden Austausch wurde erarbeitet, welche Grenzen wir uns dabei selbst setzen – persönlich und auch als Besuchsdienstgruppe unserer Kirchengemeinde - und welchen Grenzen wir begegnen können.

Zwischen allen Menschen gibt es persönliche Grenzen – die Grenze zwischen „Ich“ und „Du“. Dazu gehört auch die Herausforderung, eigene Bedürfnisse und Wünsche wahrzunehmen und sie von den Interessen anderer zu unterscheiden. Darum ist es in der Besuchsdienstarbeit immer besonders wichtig und interessant, ganz genau zu schauen, wer uns eigentlich gegenüber sitzt. Wenn wir uns dabei auch Gedanken machen über dessen Grenzen und deren Ursprung, kann dies zu mehr Verständnis führen und wir vermeiden, unsichtbare Grenzen zu überschreiten.

Nach einigen interessanten Praxisbeispielen gab uns Frau Storz abschließend mit auf den Weg, nicht die eigenen Vorstellungen und Grenzen zum Maßstab zu nehmen.

Allen, die zum Gelingen dieser Schulung beigetragen haben, sei herzlichst gedankt.