Abschiedsgottesdienst für Pastorin Anja Niehoff in Kirchlinteln

Anerkennende Worte und Abschiedstränen

Kirchlinteln - Viele lobende Worte, teils humorvoll verpackt, aber auch Wehmut prägten den Gottesdienst zum Abschied der Pastorin der Kirchlintler St.-Petri-Kirchengemeinde, Anja Niehoff, in der voll besetzten Kirche. Nach sechseinhalb Jahren als Pastorin wollte sie sich beruflich verändern und es klappte. Anja Niehoff wird eine Stelle als pädagogisch-theologische Mitarbeiterin im Evangelischen Bildungszentrum Bad Bederkesa antreten und dort Seminare anbieten.

„Vertrau den neuen Wegen“, hatte die Pastorin in der Einladung zu diesem Gottesdienst mit anschließendem Empfang im Gemeindehaus geschrieben. Den Text dieses Liedes stellte Superintendentin Elke Schölper in den Mittelpunkt ihrer Abschiedsworte. „Nach Zeiten der Unruhe hat es die Pastorin schnell geschafft, wieder Ruhe einkehren zu lassen. Sie wurde als „Frau im Talar“ geschätzt, wobei ihr tiefes Vertrauen entgegengebracht wurde“, sagte Schölper. Vergleichsweise groß sei das Gebiet der St. Petri Kirchengemeinde, die an die 3500 Gemeindeglieder umfasse. Die Pastorin habe ihr bei der Visitation vor einigen Jahren erzählt, dass es anfangs doch häufiger Schwierigkeiten gegeben habe. Zum Beispiel bei Besuchen, wenn allein stehende Häuser schlecht zu finden gewesen seien und auch das Navi im Auto versagt habe. Die Hausbesuche zu freudigen Anlässen wie hohen Geburtstagen, aber auch bei Tod und Krankheit hätten ihre Arbeit geprägt, außerdem die vielen Gottesdienste.

„Aber auch wenn die Pastorin geht, bleibt die Gemeinde nicht alleine“, versprach die Superintendentin. Die Vakanzvertretung übernehme Pastor Wilhelm Timme von der St. Jakobi-Kirchengemeinde Wittlohe. Unterstützt werde er von Diakonin Karin Küssner und ehrenamtlichen Helfern. Die Ausschreibung der Stelle laufe bis Ende Mai und wenn alles seinen Weg nehme, könne im Juni über vorliegende Bewerbungen entschieden werden. Abschließend entließ Schölper die Pastorin aus dem Dienst der Kirchengemeinde.

Bürgermeister Wolfgang Rodewald betonte die hohe Wertschätzung, die er für die Pastorin hege. Er hob die vertrauensvolle und von gegenseitigem Verständnis geprägte Zusammenarbeit hervor. Pastor Timme lobte die Kooperation der beiden Kirchengemeinden, beispielsweise bei den gemeinsamen Konfirmandenfreizeiten, Gottesdiensten oder plattdeutschen Andachten.

Als Vertreter des Kirchenvorstandes sagte Gerd Spiekermann: „Anja hat nicht nur ihre Ideen und Anregungen für ein funktionelles Gemeindeleben mit eingebracht und die Menschen zum Mitmachen begeistert, sondern überall selbst mit angepackt.“ Nach dem Gottesdienst schüttelte die scheidende Pastorin zum Abschied viele Hände. Und klar, es ging nicht ohne Abschiedstränen bei den Besuchern und den Mitarbeitern der Kirchengemeinde. Im Gemeindehaus wurde über viele Ereignisse in den vergangenen Jahren gesprochen, wobei die Frage der Nachfolge immer präsent war. Es sei schwer, in die Fußstapfen einer beliebten Pastorin zu treten, war der Tenor. 3. Mai 2015