Pastorin Anja Niehoff verlässt die St.-Petri-Kirchengemeinde

 „Pastorin zum Anfassen“ nimmt Abschied von St. Petri

Kirchlinteln - „Bei meinem Bewerbungsgespräch für die Stelle in Kirchlinteln wurde ich damals gefragt, ob ich eine Pastorin zum Anfassen sei. Das hat mich erst etwas erstaunt. Mittlerweile weiß ich, was das bedeutet“, sagt Anja Niehoff. Die Kirchlintler Pastorin wird demnächst Abschied von ihrer St.-Petri-Gemeinde nehmen. Ab dem 1. Juni arbeitet sie in Bad Bederkesa als pädagogisch-theologische Mitarbeiterin im Evangelischen Bildungszentrum, wo sie Seminare anbieten wird. Die 43-jährige Theologin, die im November 2008 die Nachfolge des Pastors

Wilhelm Wippermann antrat, erklärt: „Bildungsarbeit hat mich schon immer interessiert. Ich freue mich sehr darauf, innerhalb unserer Kirche einen neuen Wirkungskreis zu bekommen. In meiner neuen Tätigkeit möchte ich an den aktuellen Fragen der Zeit arbeiten.“ Im Bildungszentrum wird sie für die Bereiche „Spiritualität, Theologie und Kirche“ verantwortlich sein. „Mir liegt der Dialog der Konfessionen, aber auch das Gespräch zwischen verschiedenen Religionen am Herzen“, sagt Niehoff. An ihrer neuen Aufgabe reize sie vor allem, „in der Hektik des Lebens Themen und Fragen in Ruhe gemeinsam bedenken zu können.“

„Die besonderen Erfahrungen von Anja Niehoff im Bereich der Spiritualität werden für die Angebote sehr hilfreich sein“, ist sich Landessuperintendent Hans Christian Brandy sicher. Der Regionalbischof für den Sprengel Stade freut sich, „dass wir für die Arbeit in unserem Sprengel-Bildungszentrum eine sehr anerkannte Pastorin gewonnen haben, die eine Menge an Gaben und Elan in die Arbeit einbringen wird.“ Anja Niehoff tritt die Nachfolge von Thomas Bretz-Rieck an, der seit März Leiter des evangelischen Militärpfarramts Seedorf ist.

Die St.-Petri-Gemeinde, die Anja Niehoff bisher betreut, ist vergleichsweise groß, umfasst 3500 Gemeindeglieder. Dementsprechend nahmen die sogenannten Kasualien, wie Taufen, Trauungen und Beerdigungen, viel Raum bei ihrer täglichen Arbeit ein. Dazu kamen die Gottesdienste an allen Sonn- und Festtagen.

„In Erinnerung wird mir auch die Arbeit mit den Konfirmanden, die ich gemeinsam mit Diakonin Karin Kuessner begleitet habe, bleiben.“

Die Arbeit in St. Petri sei außerdem geprägt gewesen von vielen Hausbesuchen, zu freudigen Anlässen wie hohen Geburtstagen, aber auch bei Tod und Krankheit. Hier sei sie den Menschen sehr nahe gewesen und habe wirklich verstanden, was „Pastorin zum Anfassen“ bedeute.

Vor einigen Tagen habe die Pastorin ihre Gemeindeglieder über ihre Entscheidung, sich beruflich verändern zu wollen, informiert. „Manche hatten Tränen in den Augen, wollten mich kaum gehen lassen. Das hat mich sehr berührt.“ Doch man sei ihr auch mit Verständnis und Dankbarkeit begegnet. Sie hoffe, dass sie das eine oder andere Schäfchen aus ihrer Gemeinde eines Tages bei einem ihrer Glaubensseminare in Bad Bederkesa wiedersehen werde.

Wer sich von Anja Niehoff verabschieden will, dem bleiben noch einige Wochen Zeit. Besonders herzlich eingeladen ist die Gemeinde zu einem Abschiedsgottesdienst mit Superintendentin Elke Schölper am Sonntag, 3. Mai, 15 Uhr, in der Kirche mit anschließendem Empfang.

Anja Niehoff weist darauf hin, dass alle angemeldeten Trauungen und Taufen in St. Petri wie geplant stattfinden. Die Betreffenden würden in Kürze darüber informiert, wer die Vertretung in den einzelnen Fällen übernehme. Niehoffs Pastorenstelle wird ausgeschrieben.  Quelle: Mediengruppe Kreiszeitung

Im Mai 2015